Konfliktberatung und Kompetenztraining

Konflikte wie Antisemitismus, Islamismus, Rassismus aber auch generell Religion und Mensch-Natur-Probleme sind zwar hochkomplex, erfordern aber lokale und konkrete Maßnahmen.
Einige dieser Konflikte erzeugen starke Gegenreaktionen, die einer Karriere im akademischen Markt unzuträglich sind. Als Freiberufler kann ich Theorie der Praxis anpassen und auf Gefälligkeitszitate verzichten. Ich arbeite seit über 15 Jahren zu Aspekten menschlicher Gewalt. Sie erhalten von mir eine offene, ehrliche Einschätzung und kompetente, ruhige Vermittlung auch in stark umkämpften, polarisierenden, ideologisch aufgeladenen Konfliktthemen. Ich unterstütze im Konfliktfall bei der Auswertung und begleite oder moderiere Diskussionen. Informationen reduziere ich auf das Wesentliche.

Sie können mich als Privatperson für Argumentationshilfen buchen, oder als Bildungseinrichtung für Jugendliche/Schüler, Studierende (insb. Ethnologie, Pädagogik, Psychologie, Medizin, Polizei), Lehrpersonal, Gewerkschaften, Psychotherapie und Entwicklungszusammenarbeit. Die Gestaltung werde ich auf ihre persönlichen Wünsche zuschneiden.

Mein themenunabhängiges interkulturelles Kompetenztraining gliedert sich wie folgt:

  1. Exemplarische Kenntnis von kulturellen Besonderheiten: Dazu liefere ich ein stehendes Set von Beispielen, die zu Diskussionen über Bewertungsmaßstäbe und Rationalisierungen führen. Grundsatz ist: Durch Vielfalt hindurch erkennen, dass es andere, mitunter bessere, mitunter schlechtere Lösungen für gesellschaftliche Probleme gibt.
  2. Empathie-Training: Dazu wird die kulturelle Position des Gegenübers als Biographiearbeit erfahren. Überraschende Unterschiede finden sich schon im lokalen Bereich zwischen benachbarten Dörfern, zwischen katholischen, evangelischen und atheistischen Regionen. Mit Simulationen und Rollenspielen geht es weiter. Empathie lässt sich nicht zertifizieren, sie wird erfahren.
  3. Grenzarbeit: Was ist „falsche Toleranz“? Wie wehrt man sich gegen Zumutungen, ohne in projektive Zirkel zu geraten? Wie geht man mit ritualisierter Abwehr von Kritik um? Mit Beispielen aus dem Alltag diskutieren wir, was ungerechte Anschuldigungen sind, was verständliche Missverständnisse, mal tragisch, mal komisch, wann wirklich untragbares Verhalten zu Konflikten führt und wie sie geführt werden können.

Meine Arbeit trägt dazu bei, andere Individuen zu verstehen und – anstelle von geschäftsschädigenden „Fettnäpfchen“ und gewinnträchtigen Verhandlungsstrategien – ein engeres Set an wirklich problematischen gesellschaftlichen Phänomenen (Frauenfeindlichkeit, religiöser Fanatismus, Antisemitismus, Rassismus) anzusprechen.  Mehr als die Kenntnis von bestimmten kulturellen „Sitten und Gebräuchen“ steht im Zentrum die Aufhebung von Stereotypie. Durch Biographiearbeit wird das Interesse für die individuelle Position geweckt. Das Konzept verstehe ich als interkulturelle, dynamische Moralphilosophie, die Sozialphilosophie der Kritischen Theorie, Philosophie der Aufklärung und Universalismus/Relativismuskonzepte aus der Ethnologie zusammenbringt. Zu einer Kritik gängiger Modelle interkultureller Kompetenz finden Sie hier eine knappe Zusammenfassung von Stephanie Rathje: http://www2.uni-jena.de/philosophie/iwk/publikationen/interkulturelle_kompetenz_rathje.pdf.

Für jeweilige Fachgruppen sende ich Ihnen gern ein individuell zugeschnittenes Konzept als unverbindliches Angebot zu.

 

Was ist eigentlich Ethnologie?
Ethnologie wird mitunter auch Kultur- und Sozialanthropologie oder Völkerkunde genannt. Sie entstand historisch als Wissenschaft der schriftlosen Gesellschaften. Heute hat Ethnologie ihren Gegenstand globalisiert und tendiert zur universalen Wissenschaft vom Menschen. Als solche vermag sie alle anderen Fächer sowohl um die globale als auch um die lokalspezifische Perspektive zu bereichern. Kernkompetenz der Ethnologie ist die Differenzierungsarbeit, der genaue Blick auf kleinste lokale Zusammenhänge. Für ein Verständnis von Konflikten ist die Ethnologie unverzichtbar. Mein Spezialgebiet ist die Konfliktethnologie, auch Konfliktanthropologie genannt. Konfliktanthropologie trägt durch die vergleichende Konfliktanalyse dazu bei, Präventionsarbeit, Diplomatie und im Falle von genozidaler Gewalt militärische Maßnahmen an konkrete, lokale Bedingungen anzupassen und zu verbessern. In der Nachsorge von Konflikten informiert Ethnologie die Migrationspsychotherapie, optimiert und supervidiert Interventionen der Entwicklungszusammenarbeit und Medizin. Herzstück ist aber vor allem, die eigene Gesellschaft einer ständigen Selbstreflexion zu unterziehen. Mein eigenes Aufgabengebiet erstreckt sich von der Gewalt- und Konfliktanthropologie (Hexenjagden, Antisemitismusforschung, Genozidforschung, Terrorismus) über die Ethnopsychologie und Medizinethnologie bis zur Medienethnologie (Ästhetik, Propagandaforschung).